Südtirol: von Amberg aus auf den Watles

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Gebiet Vinschgau (Italien/ Südtirol)
Startpunkt Amberg Talstation (1750 m)
höchster Punkt 2555 m
Gesamtanstieg ca. 800 Höhenmeter
Gesamtstrecke 6:00 h
Anspruch einfach (T2, Bergwandern)
Datum 24.08.2007 (Fr.)
Route Amberg Talstation (1750 m) Plantapatsch Hütte (2150 m) Schafhütte (2366 m) Watles (2555 m) Amberg

 

 

Bild 1:

Am darauf folgende Tag habe ich ein Ziel in der Nähe von Mals ins Auge gefasst: Der einfach zu erwandernde Watles oberhalb von Burgeis.

Dazu verlasse ich kurz vor Burgeis die Passstraße und fahre die Serpentinenstraße hoch zur Talstation der Watlesbahn bei Amberg. Die Standardwanderung hier ist es, von der Bergstation nahezu eben zur Sesvennahütte zu queren und von dort - evtl. nach einem Abstecher zum Kloanbergl-See - wieder über den Talweg abzusteigen. Zur Zeit meines Urlaubs kenne ich diese Strecke allerdings noch nicht und beharre deswegen auf dem Watles als Ziel. Von der Bergstation ist die Besteigung des Watles aber nur eine Halbtagestour, so dass ich stattdessen auf die Seilbahn verzichte und den Anstieg von der Talstation aus in Angriff nehme.

Irgendwo verpasse ich die Abzweigung für den Bergweg, der schließlich linker Hand von der Seilbahn zur Mittelstation führen soll. So bleibe ich auf dem Fahrweg stecken und bereue es bald, den eintönigen Weg nehmen zu müssen.

An einer Stelle am Waldesrand mache ich eine kleine Pause und entdecke, dass es sich um ein sehr abwechslungsreiches Habitat handelt, das wegen seiner Steile im Gegensatz zu den umliegenden Wiesen nicht gemäht wird. Eine Vielzahl von Pflanzen gedeiht, und das wirkt sich sofort auf die Artenvielfalt bei den Schmetterlingen aus. Hier lassen sich innerhalb weniger Minuten eine Vielzahl von Schmetterlingen, die ich leider nicht sicher identifizieren kann (Mohrenfalter ?), beobachten.

So lasse ich mich ein wenig mit dem Weg versöhnen.

 

Bild 2:

Violetter Feuerfalter (L. alciphron gordius ?)

 

Bild 3:

Silbergrüner Bläuling

 

Bild 4:

Kleiner Feuerfalter

 

Bild 5:

Violetter Feuerfalter (L. alciphron gordius ?)

 

Bild 6:

Endlich habe ich die Fahrstraße hinter mir gelassen und stoße nun nahe der Mittelstation auf die Plantpatsch-Hütte (2068 m). Anscheinend wird hier eine beträchtliche Anzahl an Tieren gehalten, denn der Erdboden rund um die Hütte und die Alm ist gründlich von vielen Hufen zertreten und demensprechend dreckig und matschig. Schnell verlasse ich den unwirtlichen Ort und steige an der Bergflanke Richtung Watles-Gipfel auf.

Beim Aufstieg merkt man, dass der Watles im Winter ein beliebtes Skigebiet ist. Links und rechts sind Skilifte aufgebaut, die zu dieser Jahreszeit natürlich nicht in Betrieb sind. Ein kleines Rechteck ist abgetrennt und mit einem Zaun vor Verbiss geschützt, was natürlich innerhalb der Schutzzone für eine reichhaltige Flora sorgt.

Blick nach Nordwest: Die nächsten 90 Minuten werden von diesem Anblick in Richtung Sesvennahütte dominiert. Der markante Gipfel ist vermutlich der mit 3162 m höchste Gipfel der Region, der Piz Sesvenna.

 

Bild 7:

Nelkenart

 

Bild 8:

Eine verblühte Alpen-Küchenschelle innerhalb der Schutzzone zieht den Blick auf sich und ergibt fantastische Aufnahmen des wolligen Fruchtstandes.

 

Bild 9:

Ein Pilz setzt die Ausscheidungen der Kühe in mehr oder weniger genießbare Formen um.

 

Bild 10:

Blick nach Nordwesten zum Piz Sesvenna (links, 3129 m) und dem wegen seiner Schutthänge markante Föllakopf (rechts, 2878 m).

Der Föllakopf ist in halbschwierigem Anstieg von der anderen Seite her gut zu begehen. Vom Föllakopf (oder Föllerkopf) aus gibt es für Schwindelfreie eine Überschreitungsmöglichkeit bis zum Piz Sesvenna.

 

Bild 11:

Ich verlasse nun den abwechslungsreichen geschützten Flecken und halte mich immer linker Hand, um dem von Seilbahnen eingerahmten Gebiet auszuweichen. Bald stoße ich auf einen ausgetretenen Pfad.

Der Weg führt vollständig weg vom Watles, was mir aber auch recht ist, denn ich möchte den Watles von hinten ersteigen. Erst später sehe ich, dass es sich hier um den regulären Weg zur Sesvennahütte handelt. Er verläuft immer in der Flanke hoch über dem Schlinigtal, ist aber unschwierig zu begehen, und führt teils durch Schutzwald, zumeist aber durch freies Gelände.

 

Bild 12:

Föllakopf

 

Bild 13:

Piz Sesvenna

 

Bild 14:

blühende Silberdistel

 

Bild 15:

In der Ebene unterhalb des hier nicht sichtbaren Föllakopfes liegt auf einer kleinen Anhöhe die Sesvennahütte (2258 m), das Ziel der meisten meiner Mitwanderer.

 

Bild 16:

Bald erreiche ich eine Abzweigung, bei der die meisten geradeaus der Sesvennahütte zustreben. Für mich ist hier bei der Schafhütte (2336 m) der Wendepunkt erreicht, bei dem ich zum Anstieg auf den Watles abbiegen muss.

 

Bild 17:

Piz Sesvenna und Föllaberg

 

Bild 18:

Gipfel des Föllaberges mit Gipfelkreuz

 

Bild 19:

Gipfelkreuz des Piz Sesvennas. Das Kreuz ist gerade noch sichtbar.

 

Bild 20:

Die Kühe der Alm sind heute eine besondere Attraktion

 

Bild 21:

Piz Rims (?), 3070 m und die Rimskopf-Flanke

 

Bild 22:

Flanke des Föllakopfes

 

Bild 23:

Blick nach Süden auf die Ortlerkette

 

Bild 24:

Blick nach Süden auf die Ortlerkette

 

Bild 25:

Nun heißt es Abschied nehmen von der guten Aussicht, der Weg wendet sich nach Osten.

Der Schafberg-Gipfel (2512 m), ein Nebengipfel des Watles.

 

Bild 26:

Rückblick vom Wanderweg in entgegengesetzter Richtung, nach Nordwest, zur Vernung-Spitze.

 

Bild 27:

Der Gratweg zum Schafberg, im Hintergrund nochmals der Föllaberg.

 

Bild 28:

Endlich bin ich am Sattel angelangt. Hier ist wieder freie Sicht auf den Ortler.

 

Bild 29:

Kuhfladen und Pilze

 

Bild 30:

Vom Sattel aus sind es noch 50 Höhenmeter und etwa eine viertel Stunde bis zum unspektakulären Gipfel(-kreuz)

 

Bild 31:

Blick nach Nordwesten zum Piz Rims, nördlich des Föllakopfes gelegen.

 

Bild 32:

Gipfelkreuz des Watles. Hier beginnt der Wind ganz schön zu pfeifen, so dass es geraten erscheint, ein etwas geschützteres Plätzchen aufzusuchen.

 

Bild 33:

Gipfelkreuz

 

Bild 34:

Blick Richtung Westen mit Schafberg, der von hier fast wie ein Plateau aussieht.

 

Bild 35:

Blick zurück zur Vernung Spitze

 

Bild 36:

Ein paar weitere Wanderer gesellen sich dazu.

 

Bild 37:

Berge östlich des Ortlergipfels

 

Bild 38:

Gipfelkreuz der Vernung Spitze

 

Bild 39:

Noch ein Viertelstündchen Verschnaufpause und weiter geht es zunächst auf gleicher Strecke abwärts, dann aber querfeldein, immer der Nase nach, hinab zum Pfaffensee.

Am teilweise steilen Hang entlang hangle ich mich durch die Wacholderstrauchheide, immer versuchend, die von den Kühen ausgetrampelten Pfade zu treffen. Dennoch ist die pfadlose Querung anstrengend.

Aber es lohnt sich wegen des Sees

 

Bild 40:

Der Pfaffen See

 

Bild 41:

Bald ist der See umrundet und ich lande auf einem steilen Rücken, der wie eine Seitenmoräne geformt ist. Jenseits des Rückens liegt ein weiterer langgestreckter See, verbunden mit dem oberen See durch einen schmalen Abfluss.

 

Bild 42:

Nach einer kurzen Pause ist es höchste Zeit, wieder ins Tal abzusteigen. Ich verlasse die Seen und steige wieder zu der Plantapatsch Hütte ab. Der Weg bietet einen fantastischen Blick hinunter ins Tal.

 

Bild 43:

Nach der Plantapatsch Hütte ist der Weg ein wenig mühsam zu finden. Spärliche Markierungen führen durch den Wald hinunter, bis ich auf einen geschotterten Forstweg stoße. Ein Vater mit seinem Sohne ist sich ebenfalls nicht sicher, ob der Forstweg, der nun in eine ganz falsche Richtung weist, der richtige Abstiegsweg ist. Aber wir versuchen trotzdem unser Glück.

Und nach kurzer Zeit erweist sich dieser Weg als der am frühen Morgen gesuchte Aufstiegsweg. In der Karte ist er aber nicht als Forstweg eingezeichnet. Der Abstieg erfolgt schnell und problemlos.

Zum Schluss geht es noch quer über den Hang, bis ich kurz vor der Talstation in Amberg wieder auf den am Morgen eingeschlagenen Weg stoße.

Blick hinunter auf Mals

 

Bild 44:

Die Vinschgauer Talebene hinter Mals

 

Bild 45:

Blick ins Planeilltal